Mobiles Arbeiten schafft uns mehr Freiheit unterwegs
Wenn ich an einen meiner ersten Chefs zurückdenke, erinnere ich mich auch daran, wie er Urlaub gemacht hat: alle zwei Jahre zwei Wochen – und selbst die oft nicht gemeinsam mit seiner Familie. Einer musste schließlich auf das Unternehmen aufpassen. Der Betrieb war zu klein, um Aufgaben einfach an eine Verwaltung oder eine zweite Führungsebene abzugeben.
Mit dem Mobiltelefon begann sich das in den 90er-Jahren langsam zu verändern. Ich erinnere mich an Urlaube mit Handwerkern, die plötzlich auch unterwegs erreichbar waren. Fragen von Mitarbeitern und Kunden konnten schnell beantwortet und Entscheidungen aus der Ferne getroffen werden. Was damals eine enorme Veränderung war, erscheint uns heute fast selbstverständlich.
Inzwischen sind wir einige Schritte weiter. Wir können nicht nur telefonieren und E-Mails beantworten. Wir greifen von unterwegs auf unsere Unterlagen zu, arbeiten direkt in den Systemen unserer Unternehmen oder Kunden und nehmen an Online-Meetings teil. Der Arbeitsplatz ist für viele Tätigkeiten längst nicht mehr zwingend an einen bestimmten Schreibtisch gebunden.
Spätestens während der Corona-Zeit haben viele von uns erlebt, dass Arbeit auch anders funktionieren kann. Bis dahin war ich in meinem Beruf als Projektleiter und Berater regelmäßig in Deutschland und der Schweiz unterwegs. Nur freitags war es für mich normal, aus dem Homeoffice zu arbeiten.
Mit Corona änderte sich das schlagartig. Plötzlich merkten wir, dass wir nicht jede Woche durch Europa fliegen mussten, um unsere Aufgaben zu erledigen. Vieles funktionierte auch remote. Für mich bedeutete das ganz konkret mehr Lebensqualität: weniger Reisezeit und dadurch mehr Zeit für Familie und Freizeit.
Homeoffice wurde innerhalb kürzester Zeit für Millionen Menschen selbstverständlich. Heute werben Unternehmen mit Homeoffice, hybriden Arbeitsmodellen und Remote-Arbeitsplätzen.
Aber wenn ich nicht mehr zwingend im Büro arbeiten muss, stellt sich für mich die nächste Frage:
Muss mein Homeoffice eigentlich zu Hause sein?
Warum sollte mein Arbeitsplatz nicht auch mobil sein?
Natürlich funktioniert das nicht in jedem Beruf. Ein Handwerker kann eine Heizung nicht aus dem Wohnmobil reparieren und eine Servicekraft ihre Gäste nicht per Videokonferenz bedienen. Mobiles Arbeiten ist deshalb keine Lösung für jeden Arbeitsplatz.
Aber vielleicht müssen wir Arbeit auch gar nicht für alle gleich organisieren.
Für diejenigen, deren Tätigkeit ortsunabhängig möglich ist, entstehen durch die Digitalisierung Freiheiten, die es vor einigen Jahren noch nicht gab. Und für andere können neue Arbeitszeitmodelle, Langzeitkonten, Sabbaticals oder zusätzliche Freizeit Möglichkeiten schaffen, länger unterwegs zu sein.
Dabei bedeutet mobiles Arbeiten für uns nicht automatisch, mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Das Wohnmobil gibt uns sehr viel Freiheit und wird deshalb auf dieser Seite sicherlich eine große Rolle spielen. Aber genauso kann mobiles Arbeiten bedeuten, eine Reise mit dem Flugzeug oder der Bahn zu verlängern, von einem anderen Ort aus zu arbeiten oder Arbeit und Reisen auf eine ganz andere Weise miteinander zu verbinden.
Auch darüber werden wir unsere Erfahrungen teilen.
Der Arbeitsplatz muss heute nicht mehr zwangsläufig ein fester Ort sein.
Genau darum soll es auf mobilarbeiten.com gehen: Welche Möglichkeiten gibt es, Arbeit und Reisen miteinander zu verbinden? Was funktioniert in der Praxis – und was nicht? Welche Technik braucht man? Welche organisatorischen, beruflichen oder auch persönlichen Grenzen gibt es?
Und vor allem möchten wir von unseren eigenen Erfahrungen berichten: von Dingen, die gut funktionieren, von Ideen, die wir ausprobieren, und sicherlich auch von Dingen, bei denen wir feststellen werden, dass wir sie uns einfacher vorgestellt haben.
Denn für uns geht es nicht darum, ständig unterwegs zu sein.
Es geht darum, die Freiheit zu haben, unterwegs sein zu können.
